Luftpflanzen sind sehr pflegeleichte Pflanzen, für die man wirklich keinen „grünen Daumen“ braucht. Auf den ersten Blick erscheint die Pflege vielleicht noch etwas kompliziert, aber eigentlich muss man nur einmal wissen, was man mit diesen ungewöhnlichen Pflanzen tun oder besser lieber vermeiden sollte, dann ist deren Pflege gar kein Problem mehr. Beachte einfach unsere folgenden Tillandsien-Pflege-Basics, dann hast Du mit Deinen grünen Lieblingen ganz lange, ganz viel Freude!  

 

Das Besondere an diesen exotischen Schönheiten ist, dass sie vollkommen ohne Erde auskommen. Im Gegensatz zu den meisten anderen Pflanzen, nehmen Tillandsien den Großteil der benötigten Feuchtigkeit und Nährstoffe nicht über ihre Wurzeln auf, sondern durch die Luft und über die winzigen Trichome (Saugschuppen) ihrer Blätter. Daher werden sie umgangssprachlich auch als „Luftpflanzen“, „Luftnelken“ oder im Englischen, als „Air Plants“ bezeichnet.

Tillandsien (botanisch „Tillandsia”) sind die größte Gattung innerhalb der Bromelien-Gewächse, zu deren Familie auch die Ananas gehört. Ihre ursprüngliche Heimat ist Süd- und Mittelamerika, wo sie als sogenannte „Aufsitzerpflanzen“ u.a. auf Bäumen, Felsen, Kakteen, Dächern oder sogar Telefonmasten wachsen.
Der Flüssigkeitsbedarf von Tillandsien kann sich von Art zu Art etwas unterscheiden.

Daher haben wir ergänzend zu diesen generellen Pflegehinweisen in der jeweiligen Produktbeschreibung noch einmal eine kurze Pflegeempfehlung zur entsprechenden Pflanze angegeben.

Im Allgemeinen gilt: Je grüner die Pflanze ist, desto mehr Wasser benötigt sie. Helle/silbrige Arten brauchen dagegen häufig weniger Wasser und dafür mehr Licht.

Die Pflanzen sollten entsprechend den Jahreszeiten bewässert werden. An warmen Tagen und in trockener Umgebung mag es die Luftpflanze besprüht, benebelt oder ein paar Minuten gebadet zu werden. Weniger im Herbst und Winter und an kühlen und dunklen Tagen.

Welches Wasser?!

Luftpflanzen lieben ganz besonders Regenwasser oder sehr weiches, kalkarmes Wasser.
Falls Du nicht die Möglichkeit hast, etwas Regenwasser aufzufangen, kannst Du auch stilles (Quell-) Wasser aus der Flasche nehmen. Hast Du z.B. einen Wasserfilter (z.B. „Britta“), kannst Du auch dieses kalkreduzierte Wasser benutzen. Eine weitere Möglichkeit ist, das eigene Leitungswasser 1:1 mit destilliertem Wasser (vollentsalztes „Bügelwasser“) zu mischen, dass Du für wenig Geld in jeder Drogerie oder im Baumarkt bekommst.

Bitte verwendet aber kein pures Leitungswasser, es sei denn Du weißt, dass es wirklich sehr weich und kalkarm ist. In Leitungswasser ist der Kalkanteil häufig zu hoch, was die kleinen Saugschuppen auf den Blättern der Pflanzen verstopfen und so die Luftpflanze trotz Wasserzugabe langsam austrocknen kann. Zu kalkhaltiges Wasser ist unserer Erfahrung nach leider immer noch der Tillandsien-Killer No. 1 in Deutschland.

Nach der Bewässerung sollte die Pflanze sanft ausgeschüttelt werden und auf dem Kopf komplett trocknen, bevor sie wieder in ihr neues Zuhause kommtDas hilft Staunässe zwischen den Blättern zu vermeiden, die sonst zu Fäulnis führen kann.

Wenn die Tillandsie anfängt zu blühen, sollte die empfindliche Blüte kein Wasser abbekommen. Daher darf die Pflanze zu diesem Zeitpunkt auch nicht mehr gebadet und nur noch die Blätter vorsichtig besprüht werden. 

Ihre Wurzel haben Luftpflanzen weniger zur Wasseraufnahme, als vielmehr um sich in freier Natur auf Bäumen, Kakteen, Felsen und Dächern festzuhalten. Daher können die Wurzeln hierzulande auch ohne Probleme vorsichtig mit einer sauberen, scharfen Schere abgeschnitten werden.

Ob die Pflanze Feuchtigkeit benötig, kann man gut an der Krümmung der Blätter erkennen.
Drehen oder kräuseln sich die Blätter nach innen, ist dies häufig ein Zeichen dafür, dass die Tillandsia durstig ist und wieder etwas Flüssigkeit vertragen kann.

Ausreichendes Licht und ein Standort mit guter Luftzirkulation sind wichtige Faktoren für eine glückliche und gesunde Luftpflanze. Tillandsien brauchen so viel helles und indirektes Licht wie möglich. Aber bitte keine knallige Sommersonne und dauerhaft direktes Sonnenlicht, da sonst die empfindlichen Blätter der Pflanzen verbrennen können.

Tillandsien können auch unter fluoreszierender Beleuchtung überleben. Hierbei ist es allerdings wichtig zu beachten, das Licht auch Nachts wieder auszuschalten, da Luftpflanzen auch die Dunkelheit für ihren natürlichen Lebensrhythmus brauchen.

Der optimale Temperaturbereich für Luftpflanzen liegt zwischen 10-28 Grad Celsius.
Bitte die Pflanze nicht über einem Heizkörper installieren.

Im Frühling und Sommer fühlen sich Tillandsien auch im Freien sehr wohl, aber auch hier direktes Sonnenlicht vermeiden.

Air Plants blühen nur einmal in ihrem Leben und von Sorte zu Sorte in unterschiedlicher Farbe. Die Blüte zeigt sich dann für einige Tage oder sogar Wochen. Wenn sie danach ihre Farbe verliert, ist dies ganz natürlich und kein Grund die Tillandsie zu entsorgen. Denn nun fließt alle Energie der Pflanze in die Produktion von neuen Ablegern und ihren Nachwuchs. Sie vermehren sich dann also quasi von selbst. Pflege Deine Tillandsie hierfür aber bitte weiter wie gewohnt, damit die kleinen Ableger auch genügend Feuchtigkeit und Nährstoffe bekommen und wachsen können.

Sobald die Blüte vertrocknet ist, kann man die alten Blütenblätter am unteren Ende mit einer Schere sanft entfernen.

Luftpflanzen können viele Jahre leben und bekommen einige Wochen/Monate nach Ihrer Blütezeit häufig sogenannte „Kindel“. Das sind Ableger/Babys, die langsam an der Mutterpflanze wachsen. Wenn diese Jungpflanzen ca. 2/3 der Größe der Mutterpflanze erreicht haben, können die Kleinen vorsichtig abgezogen werden und sind komplett eigenständige Pflanzen. Dann wiederholt sich der Pflanzenzyklus erneut - Sie wachsen, blühen und bekommen ihrerseits wieder Babys, YEAH! 

Auf dem unteren Bild sieht man als Beispiel eine Tillandsia Xerographica etwa ein Jahr nachdem die Luftpflanze geblüht hat. An der Unterseite erkennt man gut den kleinen Ableger („Kindel“) der Pflanze.

Das Düngen von Luftpflanzen ist nicht unbedingt notwendig, führt in der Regel aber zu schnellerem Wachstum und dadurch unter Umständen zu mehr Ablegern. Alle 4 Wochen kann Tillandsien Dünger verwendet werden, der bald auch in unserem Shop erhältlich ist. Während der Blütezeit sollte das Düngen vermieden werden.

Trockene Spitzen sind häufig ein Zeichen von zu viel direktem Sonnenlicht oder zu wenig Wasser. Positioniere die Pflanze dann lieber in ein schattigeres Plätzchen oder verstärke etwas die Bewässerung. Die trockene Spitzen können bedenkenlos getrimmt werden. Beschneide die Blätter einfach mit einem leicht vertikalen Schnitt, um das natürliche Aussehen der Pflanze beizubehalten.

Häufig sind Tillandsien am unteren Ende etwas brauner oder grauer gefärbt. Das ist kein Grund zur Beunruhigung und liegt vor allem daran, dass die Pflanze dort beim Wachstum einfach etwas weniger Licht bekommt.